Kommaregeln

Kommaregeln Kommasetzung in der neuen  deutschen Rechtschreibung

Die Rechtschreibreform brachte nicht nur drastische Änderungen in der Schreibweise vieler Wörter, auch die Kommaregeln wurden einer umfassenden Überarbeitung unterzogen.
Zielsetzung dieser Reform ist es widersprüchliche Regeln aufzulösen, den Gebrauch der Sprache natürlicher, einfacher und zeitgemäßer zu gestalten.
Weil es gar nicht so einfach ist, einmal gelernte Inhalte auf Dauer durch Neues zu ersetzen, hier ein Überblick über die Kommaregeln nach der Rechtschreibreform:

...

1.Ein Komma wird dort gesetzt, wo man beim Sprechen eine natürliche Pause machen würde.

Das klingt zunächst zwar einleuchtend, stellt einen bei der Anwendung aber durchaus vor die Frage, ob es nicht eher eine subjektive Einschätzung ist, wo beim Sprechen welche Pausen gemacht werden.
Gemeint ist damit eher, dass möglicherweise doppeldeutige Sätze durch die Kommasetzung eine eindeutige Aussage erhalten.
Welch gravierenden Unterschied das Setzen eines Kommas an einer bestimmten Stelle im Satz ausmacht, versteht man am Besten anhand des folgenden Beispiels:
"Hängt ihn nicht warten bis ich da bin"

So hätte dieser Appell mit folgender Kommasetzung fatale Folgen: "Hängt ihn, nicht warten bis ich komme."
Setzt man das Komma an anderer Stelle, "Hängt ihn nicht, warten bis ich komme" ist das Todesurteil durch das Verschieben eines Satzzeichens unmittelbar aufgehoben.
Natürlich geht es beim Kommasetzen nicht immer um Leben und Tod, aber missverstanden werden kann man dagegen immer.
Diese Kommaregel dient also der klaren Strukturierung eines Satzes.

2.Aufzählungen werden durch Kommas getrennt, es sei denn, sie sind mit den Konjunktionen und, oder, sowie oder bzw. miteinander verknüpft.

3. Handelt es sich allerdings um entgegengesetzte Konjunktionen wie aber, jedoch, sondern, allein, jedoch, doch oder vielmehr, wird ein Komma vor der Konjunktion gesetzt.

Beispiel: "Berlin ist arm, aber sexy."

4.Nachgestellte Zusätze, die die Art und Weise eines Objekts im Satz näher beschreiben, werden ebenfalls durch ein Komma abgetrennt.

Beispiel: "Das ist Susanne, meine Schwester" oder "Sie kocht gerne, am Liebsten italienisch."

5. Bei Ausrufen oder Anreden im Satz setzt man ein Komma.

Beispiel: "Ach, das ist aber schade!" oder "Harry, fahr schon mal den Wagen vor!"

6.Vor dem Infinitiv mit zu ist das Komma nicht mehr verpflichtend, dennoch macht es meist Sinn dort auch weiterhin ein Komma zu setzen.

Beispiel: "Wir kamen, um zu bleiben." Hier wäre das Komma vor dem Infinitiv nicht mehr verpflichtend.

7.Folgt auf Wörter wie davon oder darauf kein mit dass eingeleiteter Satz, sondern eine Infinitivgruppe, muss ein Komma gesetzt werden.

Beispiel: "Davon, nach Norwegen auszuwandern, hat sie gar nichts erwähnt."

8. Appositionen werden durch ein paariges Komma vom eigentlichen Satz getrennt, das heißt, dass sie in Kommas eingeschlossen werden.

Beispiel: "Michael Jackson, Popikone und schillernde Persönlichkeit, wurde gestern leblos aufgefunden."
Falls die Apposition jedoch fester Bestandteil eines Namens ist wie z.B. "Karl der Große" wird wiederum kein Komma gesetzt!

9.Hauptsatz und Nebensatz werden natürlich nach wie vor durch ein Komma getrennt.
Dabei ist der Hauptsatz der Teil im Satzgefüge, der in seiner Struktur nicht vom anderen Satzteil abhängig ist.
Nebensätze können auch Relativsätze sein.

Beispiel: "Das Buch, das ich gestern gekauft habe, ist gerade erst erschienen."

Hier ist der Relativsatz durch ein Komma vom Hauptsatz getrennt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Kommas in der deutschen Sprache gesetzt werden, um Sätze sinnvoll zu strukturieren und den Inhalt geschriebener Sprache verständlicher und eindeutiger auszudrücken.
So ist die neue Kommasetzung nicht immer nur anhängig von grammatischen Grundsätzen, sondern soll sprachlichen Ausdruck und dessen Verständnis einfacher machen.
Wie oben beschrieben, können Aussagen durch das Setzen eines Kommas oder durch das Fehlen des Selbigen völlig widersprüchliche Inhalte vermitteln.

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1 comment… add one
  • hallo! nur ein kleiner Hinweis: Gemäß Dudenregel 117, dass bei der Infinitivgruppe mit „um zu“ ein Komma gesetzt werden muss – und nicht wie hier dargelegt, könne.

    beste Grüße
    Svenja

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