Tschick – Inhaltsangabe/Zusammenfassung – Wolfgang Herrndorf

Ausführliche Inhaltsangabe zu Tschick von Wolfgang Herrndorf

Tschick ist ein Jugendroman von Wolfgang Herrndorf. Er ist der Gegenwartsliteratur zuzuordnen und 2010 im Rowohlt Verlag erschienen. Dieser zeitgenössische und gesellschaftskritische Roman hat es direkt in die Toplisten geschafft und den deutschen Jugendliteraturpreis und den Clemens-Bretano-Preis 2011 und 2012 erhalten. Das Hauptaugenmerk dieses Buches liegt auf einer ungewöhnlichen Freundschaft, die sich aus dem vierzehnjährigen Maik Klingenberg aus bürgerlichen, wenn auch problematischen Familienverhältnissen und einem Spätaussiedler aus Russland entwickelt. Drei Jahre nach Erscheinen hat sich dieser Roman bereits über 1 Millionen Mal verkauft und mit Leichtigkeit die Spiegel-Bestsellerlisten erobert.

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Auf die Frage, welche Inspirationsquelle der Autor – Wolfgang Herrndorf – einst für die Inspiration zu seinem Bestseller Roman heranzog, verwies er auf andere Jugendbücher, wie zum Beispiel Huckleberry Finn und der Herr der Fliegen. Herrndorf wollte in seinem Buch herausfinden, ob die einstigen Helden der Jugend noch in dieser Form existieren und sich dabei zurückerinnern, wie er die Welt, die Gesellschaft und die Erwachsenen mit zwölf Jahren gesehen hat. Nach dem Literaturstudium anderer Jugendbücher sind ihm erfolgversprechende Gemeinsamkeiten aufgefallen. So hatten gerade Erwachsene in den Top-Jugendromanen keinen Platz im Handlungsverband. Außerdem war entweder eine große Reise oder das Meer ein entscheidendes Thema. Herrndorfs Ziel mit Tschick zielt auf einen realistischeren Jugendroman, ohne dabei auf die wesentlichen Kernbestandteile zu verzichten.

Maik Klingenberg – aus bürgerlichen, zerrütteten Verhältnissen

Ausgangspunkt dieses Romans ist der vierzehnjährige Maik Klingenberg: Der Junge kommt aus einem gut situierten, wenn auch zerrütteten Elternhaus aus Ostberlin und ist in der Schule vielmehr der Außenseiter als der Klassenliebling. Wie viele seiner Klassenkameraden schwärmt auch er für die schöne Tatjana Cosic, die ihn zu seiner Enttäuschung jedoch nicht zum Geburtstag in den Sommerferien einlädt.

Maik hat ein Problem – er ist wahrscheinlich viel zu langweilig. Erst in einer Deutschstunde vermag es seine Lehrerin, den Fokus auf ihn zu lenken. Sie verließt einen Aufsatz, in dem Maik das Verhalten und die Problematik seiner alkoholkranken Mutter ungeschminkt schildert. Unglücklicherweise ist diese Aufmerksamkeit nicht positiver Natur. Nicht nur die Lehrerin ist schockiert über Maiks offene Reflektion. Er ist ab sofort bei seinen Klassenkameraden nur noch „der Psycho“.

Eines Tages kommt ein neuer Mitschüler in die Klasse, sein Name ist Tschick. Eigentlich heißt er Andrej Tschichatschow. Auch er ist ein Außenseiter und kommt aus Russland, ein so genannter Spätaussiedler. Maik und Tschick haben zunächst nur eines gemeinsam. Sie werden bei der schönen Tatjana nicht zum Geburtstag und zur Party eingeladen. Auch die letzten Bemühungen von Maik, aus einer Zeitschrift mühevoll ein Beyonce-Poster für Tatjana zu malen, verpuffen unbemerkt. Tatjanas Entscheidung steht: Er wird nicht eingeladen. Zu allem Überfluss muss sich seine Mutter mal wieder in eine Entzugsklinik begeben und sein Vater hat nichts anderes zu tun, als mit seiner schönen, äußerst jungen Assistentin allein in den Urlaub zu fahren. Maik bleibt nichts anderes übrig, als die Sommerferien zum wiederholten Mal allein zu verbringen.

Tschick – ein russischer Spätaussiedler und Außenseiter

Die Wende löst ausgerechnet der russische Spätaussiedler aus, denn er steht eines Tages mit einem hellblauen Lada Niva vor Maiks Haustür. Er hat einen wilden Vorschlag: „Wie wäre es, in die Walachai zum Opa zu fahren?“ Eigentlich wissen die beiden Jungs noch gar nicht, wo das eigentlich liegt. Gerade die Ungewissheit und das Abenteuer scheinen beide zu reizen. Bevor sie auf die gemeinsame Reise aufbrechen, geht es erst einmal doch zur Geburtstagsparty von Tatjana.

Tschick überredet Maik, Tatjana das selbst gezeichnete Bild als Geschenk zu übergeben. Er fast all seinen Mut zusammen, übergibt Tatjana seine Zeichnung und dann rauschen sie vor den Augen der verblüfften Partygäste in ihrem Lada davon. Ein toller Abgang, der wahrscheinlich für Eindruck gesorgt hat.

Anfang einer Reise und Beginn eines Abenteuers

Natürlich sind die beiden Hals über Kopf aufgebrochen und haben auch keine Landkarte mitgenommen. Sie fahren ziellos durch die Gegend und verfahren sich inmitten eines Waldes. In einem kleinen Dorf, das Sie später erreichen, treffen sie auf eine Mutter mit fünf Kindern. Hier bekommen Sie ein waschechtes Öko-Mittagessen, bevor die Reise dann weitergeht.

Schon bald müssen sie realisieren, dass sie ohne Sprit wohl nicht sehr weit kommen. Beide Jungs haben eine Idee: Sie wollen mit einem Gartenschlauch aus anderen Autos Benzin absaugen, um ihre Reise auch ohne Bargeld fortzusetzen. Kurz darauf kommen sie auf einer Müllkippe an, wo sie sich nach einem Gartenschlauch umsehen.

Hier treffen sie auf Isa Schmidt. Das Mädchen ist in dem Alter der beiden Jungen. Sie scheint ihren Reiz zu haben, auch wenn sie sich in einem verheerenden körperlichen Zustand befindet. Sie riecht so streng, dass die beiden es kaum aushalten. Die Jungen entschließen sich dennoch, Isa mit nach Prag zu ihrer Halbschwester zu nehmen. Beide willigen ein und die Truppe hat einen Teilnehmer mehr.

Isa und die Kunst der weiblichen Verführung

Als die drei an einem Stausee vorbei kommen, schmeißen die beiden Jungs Isa ins Wasser. Sie können es vor Gestank kaum noch aushalten. Das Mädchen wäscht sich gründlich, entledigt sich ihrer Kleider und zeigt ihren verführerischen, nackten Körper. Bei dem Anblick scheint Maik im nächsten Augenblick, seine Liebe zu Tatjana vergessen zu haben. Kurz darauf schnappt sie sich ein paar Sachen von Maik und sie fliehen gemeinsam in die Natur hinaus.

Als sie kurze Zeit später den Gipfel eines Berges erreichen, finden sie ein Stück Holz. In dieses Stück ritzen sie alle ihre Namen und schwören, 50 Jahre später wieder zurückzukommen. Die kuriose Truppe erreicht einen Parkplatz. Hier entdeckt Isa eine passende Busverbindung und entschließt sich kurzerhand, allein weiter zu reisen, al sie das notwendige Fahrgeld (30,00 Euro) von Maik erhalten hat.

Eine Verkettung unschöner Autounfälle

Die beiden Jungs erreichen kurz darauf ein ehemaliges Braunkohleabbaugebiet. Hier treffen sie auf den senilen Horst Fricke, der sie nach einem Zwischenfall mit einem Luftgewehr auf Limonade einlädt. Er erzählt von seinen Erfahrungen im KZ und an der Ostfront. Tschick erhält von Horst ein kleines Fläschchen mit zauberhafter Flüssigkeit, das er jedoch kurzerhand wieder aus dem Fenster des Autos wirft.

Tschick entdeckt den Verlauf einer Autobahn – sie versuchen, ausgehend vom Hügel die Straße der Autobahn zu verlassen, überschlagen sich bei diesem Versuch jedoch mehrere Male. Der Lada bleibt mit den Rädern nach oben liegen. Zuerst sieht es nach Glück im Unglück aus, als eine Sprachtherapeutin in ihrem BMW anhält und versucht den beiden zu helfen. Doch im Zuge der Hilfestellung wirft sie Tschick einen schweren Feuerlöscher auf den Fuß.

Sie müssen sofort ins Krankenhaus, wo sich Tschick wenig später mit einem Gipsbein wiederfindet. Die Jungs beobachten nun aus dem Fenster des Krankenhauses, wie man ihren Lada dort auf beiden Reifen abstellt. Sie möchten sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass ihre Reise zu Ende ist und versuchen zu flüchten. Doch Maik muss nun weiterfahren. Tschick erklärt ihm, wie man ein Auto fährt und offenbart ihm ganz nebenbei, dass er schwul ist.

Die Anfangsmotive am Ende des Romans

Für die beiden geht es nur kurze Zeit weiter, denn es folgt der nächste Auffahrunfall. Der Fahrer eines Viehtransporters möchte die beiden nicht überholen lassen, gerät dabei ins Schleudern und liegt quer auf der Autobahn. Maik und Tschick werden von der Polizei gefasst. Bei der folgenden Verhandlung nimmt Tschick überraschenderweise alle Schuld auf sich. Maik muss gemeinnützige Stunden ableisten und Tschick geht in das Heim zurück, indem er bereits vor seiner Reise gelandet ist.

Das Ende des Romans ist zugleich auch wieder ein Neuanfang. Das Schuljahr beginnt mit den altbewährten Motiven. Wobei Tatjana sich mittlerweile für Maik interessiert – nicht zuletzt aufgrund seiner verwegenen Geschichte, erhält er verführerische Briefe von Isa. Sein gewalttätiger Vater hat schlussendlich die Familie verlassen.

Der Roman endet mit einer skurrilen Begebenheit: Maik sitzt gemeinsam mit seiner alkoholkranken Mutter auf dem Boden des Swimmingpools. Hier haben sie gerade die gesamte Wohnungseinrichtung versenkt. Sie machen sich keine Gedanken über das bürgerliche Leben und die Vorhaltungen, währenddessen haben die Nachbarn die Polizei alarmiert. Das Beste und zugleich Wichtigste für Maik: Die Kontaktsperre zu seinem neuen Freund und Wegbegleiter Tschick läuft demnächst aus und die beiden Jungen können sich nach ihrem Abenteuer wieder sehen.

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