Frühlingserwachen – Inhaltsangabe/Zusammenfassung – Frank Wedekind

Ausführliche Inhaltsangabe zu Frühlingserwachen von Frank Wedekind

Frühlingserwachen ist ein Drama, das mit dem Untertitel „eine Kindertragödie“ erschienen ist. Der Autor Frank Wedekind erzählt von Jugendlichen, die im Zuge ihrer Pubertät mit psychisch instabilen Erwachsenen und den Problemen des Alltags konfrontiert werden. 1906 kam es zur Uraufführung im Zuge der Berliner Kammerspiele. Zu den wichtigsten Figuren dieses Dramas gehören Melchior Gabor, Gymnasiast und zugleich Sohn einer sehr liberalen Mutter. Wendla Bergmann ist ein vierzehnjähriges Mädchen, das in einem konservativen Elternhaus aufwächst und der jegliche Form von Aufklärung versagt bleibt. Moritz Steifel ist ein eher schlechter Schüler. Er vertraut seinem besten Freund Melchior seine innigsten Geheimnisse an. Hinzu gesellen sich ein vermummter Mann und Ilse. Die eigentliche Tragödie offenbart sich erst zum Ende dieses Dramas und baut eine enorme Spannung auf.

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Erster Akt

Es gibt immer wieder Streit zwischen Wendla Bergmann und ihrer Mutter. Die Mutter hat für das Kind ein neues Kleid vorgesehen, das sie gerade voller Mühe genäht hat. Doch die junge pubertäre Tochter hat etwas ganz anderes im Sinn. Sie möchte ein viel kürzeres Kleid anziehen. Diese Anfangsszene wechselt schnell zur nächsten Begegnung zwischen Melchior Gabor und Moritz Steifel, die beiden sind langjährige Freunde und tauschen sich über Sexualität und ihre Zukunft aus.

Melchior ist in einem sehr liberalen Haushalt aufgewachsen, der auf Aufklärung und Offenheit setzt, ganz im Gegenteil zu seinem besten Freund Moritz, der angibt, noch gar nicht sexuell aufgeklärt zu sein. Melchior nimmt dies zum Anlass und startet mit seiner Aufklärung, was seinem Freund peinlich ist. Beide einigen sich darauf, dass sie aufgrund von schriftlichen und bildlichen Ausführungen die Aufklärung vorantreiben. So kann sein Freund Moritz ohne Scham Melchiors Ausführungen lesen.

In der nächsten Szene unterhalten sich Wendla, Martha und Thea. Die Mitschülerinnen sprechen über ihre Familie und Jungs. Martha Oliver entgegnet dabei immer wieder, dass ihre Eltern sie schlagen. Darauf reagiert Wendla mit Unverständnis. Zu den weiteren Themen gehören Schwangerschaft und Kinder. Doch die meisten Gespräche fokussieren sich auf den Versetzungsgefährten Moritz. Doch der verrät seinen Mitschülern, er sei ganz heimlich in das Konferenzzimmer hineingeschlichen und habe aus den Unterlagen herausgefunden, dass er doch versetzt wird.

In der letzten Szene des ersten Aktes treffen Melchior und Wendla im Wald aufeinander. Wendla hat eine sehr ungewöhnliche Bitte, sie möchte von Melchior geschlagen werden, da sie das Gefühl nicht kennt und nach den Ausführungen von Martha nicht nur schockiert, sondern auch neugierig ist. Nach Bitten und Drängeln geht Melchior ihren Wünschen nach und schlägt sie im Verlauf dann auch immer deutlicher. Wendla ist zusehends äußerst erschüttert und flieht aus der Situation.

Zweiter Akt

Den zweiten Akt beginnen Moritz und Melchior im Zwiegespräch. Moritz spricht über seinen persönlichen Schulddruck, mit dem er nur schwer zurechtkommt. In dieser Situation platzt Melchiors Mutter. Sie bringt beiden Jungs Tee und äußerst ihre Bedenken, dass sie Goethes Faust lesen. Sie möchte Melchior jedoch nicht hineinreden und propagiert eine freie und liberale Erziehung, damit sich ihr Sohn frei entfalten kann.

Wendlas Schwester hat gerade ein Kind bekommen und sie verlangt abermals von ihrer Mutter, sie aufzuklären. Die Mutter scheint jedoch unfähig zu sein, ihre Tochter sexuell aufzuklären. Sie verweist auf die Hochzeit und die große Liebe, die notwendig ist, um selbst ein Kind auf die Welt zu bringen.

In der nächsten Szene tritt der nächste Schüler auf, Hänschen Rilow – er gehört eher zu den unverschämten Jugendlichen, der sich der freien Entfaltung widmen. Er befriedigt sich in der Toilette selbst und versinkt dabei in seine eigenen Fantasien.

In der nächsten Szene treffen Melchior und Wendla auf dem Heuboden wieder aufeinander. Überraschenderweise entscheiden sich beide, miteinander zu schlafen, wobei Wendla die Folgen ihrer Handlung noch gar nicht realisieren kann. Melchiors Mutter erhält von Moritz einen Brief, in dem er um Geld für seine Flucht nach Amerika bittet. Sie reagiert mit Befremden auf seine Gedanken über den Freitod und versucht ihn aufzumuntern. Doch er hat keine Hoffnung mehr und geht seinen Selbstmordgedanken und der Erwartung des Todes nach, indem er am Fluss durch das Gebüsch streift und sein Leben noch einmal an sich vorbeiziehen sieht. Hier trifft er völlig überraschend auf das junge Model Ilse. Sie möchte ihn mitnehmen und kokettiert mit ihren weiblichen Reizen. Doch Moritz widersteht, greift sich den Brief von Melchiors Mutter und erschießt sich am Fluss.

Dritter Akt

Der Rektor der Schule führt den Freitod von Moritz auf seine heikle, schulische Situation zurück, wobei auffällt, dass die versammelte Lehrerschaft sich überhaupt nicht für dieses Thema interessiert. Daraufhin wird Melchior gerufen – er hat einst für Moritz eine kommentierte Illustration angefertigt. Ihm wird nun die Schuld zugewiesen. Er sei für den Tod eines Klassenkameraden verantwortlich und soll sich nun rechtfertigen. Währenddessen erfolgt die Beisetzung von Moritz im strömenden Regen. Eigentlich erfährt Moritz auch nach seinem Ableben scharfe Kritik, selbst sein Vater gibt unter Tränen an, er sei überhaupt nicht sein Sohn gewesen. Schlussendlich stehen Martha und Ilse vor dem Grab nehmen Abschied von Moritz. Ilse behält nun die Waffe, mit der sich Moritz getötet hat, als Andenken.

Die Eltern von Melchior streiten sich über die Rolle ihres Sohns bei diesem Freitod. Der Vater sieht in der liberalen Erziehung der Mutter die einzig wahre Ursache und denkt über eine Umerziehung seines Sohnes nach. Er gibt den nächsten Schritt an, dass er einen Brief seines Sohns abgefangen hat, in dem er seinen Beischlaf mit Wendla bereut. Seine Mutter ist besorgt und entschließt gemeinsam mit dem Vater nach der zweiten Lüge, Melchior wurde sich nach England absetzen wollen, ihn in eine Korrektionsanstalt zu geben. Dort nimmt Melchiors Entwicklung eine negative Tendenz. Er findet sich wieder in Gruppen-Masturbationen und beginnt, sich mit anderen zu schlagen. Darüber hinaus sieht er seine eigene Schuld in der Handlung mit Wendla und schmiedet erste Pläne der Flucht.

Zwischenzeitlich geht es Wendla sehr schlecht. Sie fühlt sich krank und ist bettlägerig. Der Arzt soll gegenüber ihr diskret bleiben, die Mutter redet immer noch von einer Bleichsucht. Doch der Grund für ihre seltsamen Gefühle und Beschwerden ist eine Schwangerschaft. Wendla entgegnet der Mutter, sie sei schuld und habe sie nicht aufgeklärt. Die Mutter sucht in ihrer eigenen, ungenügenden Aufklärung und dem Vorbild ihrer Mutter die wahre Ursache. Sie veranlasst daraufhin eine Fremdabtreibung, an der Wendler stirbt.

Gerade zum Ende dieses Dramas hin kommt es zu homosexuellen Neigungen und gemeinsame Stunden zwischen Ernst Röbel und Hänschen Rilow. Wenig später trifft Melchior am Grab von Wendla ein. Direkt am Friedhof erscheint ihm der Tote Moritz, der Melchior überreden will, ihm zu folgen. Kurz bevor Melchior sich auch das Leben nehmen will, erscheint der ominöse vermummte Herr. Dieser Herr hält ihn von seinen Suizidgedanken ab. Er entlarvt Moritz als Schwindler, der aus Furcht in die Welt der Toten abgetaucht ist. Daraufhin entscheidet sich Melchior, sein Leben fortzusetzen. Er dankt seinem Freund für die gemeinsame Zeit, vertraut dem vermummten Herren und geht in seine Zukunft.

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