Die Vermessung der Welt – Inhaltsangabe | Zusammenfassung – Daniel Kehlmann

Kurze Inhaltsangabe zu Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann erzählt in seinem im Jahre 2005 erschienenen Roman „Die Vermessung der Welt“ mit viel Humor die fiktiven Biographien der beiden Wissenschaftler Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Der als philosophischer Abenteuerroman deklarierte Text beschreibt die verschiedene Herangehensweise zweier Genies an denselben Forschungsgegenstand: Die Vermessung der Welt, ein Verständnis über unseren Kosmos und die Funktionsweise des Magnetismus. Humboldt versucht seine Forschungen ausgehend vom großen Ganzen der Natur voranzutreiben, während sich die abstrakte Herangehensweise Gauß‘ an mathematische Formeln und das Zusammensetzen einzelner bruchstückhafter Erkenntnisse stützt. Der Leser begleitet die beiden Wissenschaftler auf ihren unterschiedlichen Wegen bei ihrem Erkenntnisgewinn und dem gegenseitigen Austausch. In chronologischer Reihenfolge werden die beiden unterschiedlichen Lebensläufe der beiden schon zu Lebzeiten berühmten Wissenschaftler erzählt und in einen Zusammenhang gesetzt, der historisch nicht ganz korrekt, dafür aber mit viel Witz und Charme verbunden ist.

Ausführliche Zusammenfassung von Die Vermessung der Welt

Kapitel 1 – Die Reise

Auf Drängen Alexander von Humboldts macht sich der Mathematikprofessor Carl Friedrich Gauß im September 1828 zusammen mit seinem Sohn Eugen von seiner Heimatstadt Göttingen aus auf den Weg nach Berlin, um an einem Kongress für Naturforscher teilzunehmen. Gauß, der Reisen nicht leiden kann und für den sie dementsprechend unangenehm wird, lässt seinen Sohn Eugen seinen Unmut deutlich spüren. Da Gauß nicht in Besitz eines gültigen Passes ist, verweigert ihm ein Gendarm die Einreise nach Preußen. Da der Gendarm jedoch kurzzeitig von einem fremden herumpöbelnden Mann abgelenkt ist, können Gauß und sein Sohn Eugen ihre Reise fortsetzen. In Berlin angekommen treffen sich Humboldt und Gauß. Daguerre, der an der Weiterentwicklung der Fotografie arbeitet, wünscht ein Foto von Gauß und Humboldt zu machen, was ein Polizist jedoch verhindert. Gauß fühlt sich unwohl und möchte nach Hause.

Kapitel 2 – Das Meer

Im zweiten Kapitel erfährt der Leser, wie Alexander von Humboldt und sein älterer Bruder Wilhelm aufgewachsen sind. Wilhelm wird künstlerisch erzogen, während Alexander viel naturwissenschaftlichen Unterricht erhält. Wilhelm, der als Lieblingskind beschrieben wird, lacht seinen jüngeren Bruder aus, als dieser beschließt, während einer Reise entlang des Flusses Orinoko eben diesen zu erforschen. Während seines Studiums in Freiberg und Frankfurt an der Oder stirbt die Mutter und Alexander fasst den Entschluss, in die Neue Welt zu reisen. Während eines Aufenthaltes in Paris trifft er Bonpland, einen Naturwissenschaftler, der ihn fortan auf seiner Reise begleitet. Im Laufe einer Schiffsreise, die von Spanien ausgeht, erkrankt die gesamte Besatzung an einem gefährlichen Fieber. Der einzig von der Krankheit verschonte ist Alexander von Humboldt, der sich der genauen Untersuchung von Quallen annimmt und zahlreiche Messungen von Wassertiefe und Luftdruck vornimmt. Humboldt ist, wie er an seinen Bruder schreibt, überzeugt davon, die Welt werde noch von ihm und seinen Forschungen erfahren.

Kapitel 3 – Der Lehrer

Carl Friedrich Gauß zeigt schon sehr früh enorme mathematische Begabungen und zieht damit den Unmut seines Lehrer Büttner auf sich, der dem jungen Gauß seine schnelle Auffassungsgabe nicht abnimmt. Fortan unterrichtet Büttners Assistent den jungen Gauß drei Mal in der Woche in Mathematik. Schließlich wird Gauß im Gymnasium aufgenommen, von dem er sich enttäuscht zeigt. Beim Eintreffen einer der ersten Ballonfahrer in Braunschweig bittet der junge Gauß darum, mitfahren zu dürfen und ist begeistert davon, den Sternenhimmel beobachten zu können. Im jungen Erwachsenenalter erhält er ein Stipendium vom Herzog von Braunschweig und beginnt ein Studium an der Universität.

Kapitel 4 – Die Höhle

Während ihrer gemeinsamen Expedition erreichen Bonpland und Humboldt Neuandalusien (Venezuela) und lassen sich von Indianern zu einer Höhle führen. Irgendwann befinden die beiden sich alleine in der von den Indianern als Totenreich bezeichneten Höhle. Humboldt bekommt eine Halluzination von seiner verstorbenen Mutter, woraufhin die beiden die Höhle wieder verlassen. Humboldt setzt sich in den Kopf, den genauen Standort der Sonne zu messen und möchte den Kanal zwischen dem Fluss Orinoko und dem Amazonas finden. Bonpland wird bei einem Angriff der Eingeborenen verletzt und Humboldt schreibt erneut einen Brief an seinen Bruder – und einen an Immanuel Kant, den auch Gauß sehr verehrt.

Kapitel 5 – Die Zahlen

Nach Abschluss seines Studiums mit summa cum laude und der Veröffentlichung seines Werks über die Grundlagen der Arithmetik arbeitet Gauß als Landvermesser, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein Genie zeigte sich, als er bereits mit 19 Jahren schaffte, ein 17-Eck nur mit einem Zirkel und einem Lineal zu konstruieren – eines der ältesten bisher ungelösten mathematischen Probleme. Gauß verliebt sich in ein Mädchen namens Johanna und hält um ihre Hand an. Johanna lehnt den Antrag ab. Gauß beschließt, Johanna einen zweiten Antrag zu machen und beschließt, sich umzubringen, sollte sie ein weiteres Mal ablehnen. Humboldt hatte Curare, ein Gift, aus Südamerika geschickt, mit dessen Hilfe Gauß plant, seinem Leben ein Ende zu setzen. Da Johanna den zweiten Antrag jedoch annimmt, kommt es nicht zur Ausführung dieses folgenschweren Schritts.

Kapitel 6 – Der Fluss

Während ihrer lebensgefährlichen Reise durch den Urwald lernen Humboldt und Bonpland von einem Curare-Meister, wie man das Gift herstellt und welche Wirkungen es erzielt. Als sie das Ende des Kanals erreichen, beschließt Humboldt, alle während der Expedition aufgezeichneten Daten, Präparate usw. schnellstmöglich nach Europa zu übersenden, damit nichts verloren geht. Durch einen einsetzenden Dauerregen wird eine Weiterreise für Bonpland und Humboldt zunächst unmöglich und sie müssen zu allem Überfluss dabei zusehen, wie ihr Boot von dem Sturm mitgerissen und fortgeschwemmt wird.

Kapitel 7 – Die Sterne

Zur selben Zeit als Napoleons Truppen ins Land einfallen, heiratet Gauß Johanna und wird mit ihr in Göttingen sesshaft. Er plant, Direktor eines Observatoriums zu werden, das dann jedoch nicht gebaut wird. Stattdessen unterrichtet Gauß nun Studenten. Mit etwa dreißig Jahren fühlt Gauß sich krank und sieht seinen nahen Tod vor Augen. Seine Frau Johanna bringt drei Kinder zur Welt und stirbt bei der Geburt des dritten Kindes. Gauß hängt dem rationalen Gedanken nach, erneut zu heiraten, um seine drei Kinder versorgt zu wissen.

Kapitel 8 – Der Berg

Bonpland und Humboldt setzen ihre Reise fort und beschließen, den Chimborazo, damals der höchste Berg der Welt, zu besteigen. Aufgrund des in den Höhen herrschenden Sauerstoffmangels müssen sie jedoch vorzeitig abbrechen, um den sie ereilenden Wahnvorstellungen ein Ende zu bereiten. Trotz des Abbruchs ihres Vorhabens schreibt Humboldt ein Dutzend Briefe nach Europa, in denen er behauptet, von allen Menschen bisher am höchsten gelangt zu sein.

Kapitel 9 – Der Garten

Gauß heiratet trotz seiner Abneigung gegen sie Minna, eine Freundin seiner toten Frau. Um ihr möglichst aus dem Weg gehen zu können, arbeitet er wieder als Landvermesser und kommt nur selten nach Hause. Sein Sohn Eugen unterstützt ihn bei seiner Arbeit; Gauß ist von der Hilfe seines Sohnes, dessen Intellekt er für unterdurchschnittlich hält, jedoch nur sehr wenig begeistert. Als ein Graf, auf dessen Land Gauß und sein Sohn Messungen machen, Gauß erkennt und über ihn Bescheid weiß, ist Gauß von seiner eigenen Berühmtheit, die ihm nicht bewusst war, angetan.

Kapitel 10 – Die Hauptstadt

Unterdessen sind Bonpland und Humboldt, die mittlerweile von internationalen Zeitungsreportern begleitet werden, in Acapulco angelangt, wo sie beim Vizekönig eingeladen sind. Während der voller Tatendrang steckende Humboldt plant, einen Atlas von Neuspanien zu erstellen, ist der alternde Bonpland von den anstrengenden Reisen sichtlich gezeichnet. Nach einer ausgedehnten Reise durch das Land und der Erforschung seines Erkenntnisinteresses beschließt Humboldt, sich in Paris niederzulassen. Während seiner Reise entdeckt er in einer prähistorischen Stadt einen Kalender und glaubt, bei seinen Untersuchungen des Vulkans Jorullu den Neptunismus widerlegt zu haben. Humboldt und Bonpland werden in Philapelphia von dem amtierenden Präsidenten Jefferson empfangen und berichten ihm ausführlich von ihren Forschungsergebnissen.

Kapitel 11 – Der Sohn

Humboldt und Gauß treffen sich in Berlin und unterhalten sich ausführlich über ihre Forschung. Humboldt ist mittlerweile Kammerherr des preußischen Königs. Während des Gesprächs greift Gauß seinen Sohn Eugen mehrmals persönlich an, woraufhin dieser die Zusammenkunft enttäuscht verlässt. Wir erfahren, dass Bonpland nach der strapaziösen Reise nach Südamerika zurückgekehrt sei und seitdem dort unter Hausarrest stehe.

Kapitel 12 – Der Vater

Nachdem Eugen Humboldt und Gauß verlassen hat, irrt er ziellos durch Berlin. Auf einer politischen Veranstaltung, zu der ihn Studenten mitnehmen, denen er zufällig auf der Straße begegnet, erkennt Eugen den Mann wieder, der seinen Vater und ihn am vergangenen Tag vor einer Festnahme bewahrt hat. Eugen und alle anderen Teilnehmer der von den Jungen Patrioten organisierten Veranstaltung werden von der Gendarmerie verhaftet, da die Vereinigung der Jungen Patrioten polizeilich verboten ist.

Kapitel 13 – Der Äther

Humboldt hält in Berlin einen Vortrag über seine Forschungserkenntnisse. Nach dem Vortrag stellt Humboldt Gauß einige berühmte Persönlichkeiten vor. Gauß, dem der Menschenauflauf sichtlich zu viel ist, stiehlt sich davon und gelangt nach einer ziellosen Umherirren durch Berlin schließlich Humboldts Haus. Zwischen den beiden entfacht ein Streit über Wert und Inhalt der Wissenschaft. Die Nachricht von der Verhaftung Eugens unterbricht den Disput der beiden Wissenschaftler.

Kapitel 14 – Die Geister

Die beiden Wissenschaftler versuchen vergeblich, sich beim Gendarmeriekommandanten Vogt für die Freilassung Eugens einzusetzen, wobei es zu einem Streit kommt und Gauß Vogt vorwirft, bestechlich zu sein. Ohne etwas erreicht zu haben, müssen Humboldt und Gauß weiterziehen und unterhalten sich über mögliche Zukunftsperspektiven.

Kapitel 15 – Die Steppe

Ein russischer Zar finanziert Humboldt eine Forschungsreise in Russland. Humboldt muss sich jedoch an eine festgelegte Reiseroute halten und steht während der gesamten Reise unter Aufsicht, weswegen er nicht die nötige Zeit findet, um seine Forschungen zum Magnetismus gewinnbringend treiben zu können. Gauß führt unterdessen selbst Versuche zum Magnetismus durch und steht mit Humboldt in regem Briefkontakt. Als das Schiff, mit dem Humboldt und seine Begleiter unterwegs sind, in Nebel gerät, erhält Humboldt die Möglichkeit, seine navigatorischen Fähigkeiten auszuleben.

Kapitel 16 – Der Baum

Humboldt verschafft Eugen, der sich immer noch in Polizeigewahrsam befindet, die Möglichkeit, nach Übersee auszureisen. Eugen ist allem Neuen, das ihm auf der Reise begegnet, verschlossen; für nichts scheint man sein Interesse wecken zu können. Enttäuscht von seinem Vater wünscht er sich nichts sehnlicher als endlich nach Hause zurückkehren zu können. Eugen lernt auf der Überfahrt einen irischen Landsmann kennen, mit dem er sich gut versteht. Eugen und der Ire unterhalten sich über mögliche gemeinsame Zukunftsperspektiven, zum Beispiel die Gründung einer eigenen Firma.

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