Antigone – Inhaltsangabe/Zusammenfassung – Sophokles

Ausführliche Inhaltsangabe zu Antigone von Sophokles

Antigone legt den Fokus auf den griechischen Dichter Sophokles, der einst von 467-406 vor Chr. lebte. Er ist einer der bedeutendsten Dichter der Antike, sodass ihr gerade an diesem Stück nicht vorbeikommen werdet. Anfänglich bereitet die Sprachverwendung ein paar Probleme. Doch mit etwas Einfühlungsvermögen und ein paar Denkanstößen aus dieser Inhaltsangabe dürfte es euch viel leichter fallen. Zur zentralen Thematik in diesem Stück gehören Wechselbeziehungen zwischen Gesetz und Glauben und der stetigen Suche nach einer Antwort. Als Preis für die konkrete Beantwortung dieser Frage fallen die eigenen Grundprinzipien. Die Hauptpersonen dieses Stückes sind neben Antigone, Schwester Ismene, Onkel Kreon, Eurydike, Haimon – Antigones Verlobter. Der Königspalast in Theben ist der Ort der Geschehnisse.

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Der Konflikt zweier Weltanschauungen und die drohende Katastrophe

Die Handlung setzt ein mit der Verbannung von König Ödipus und einem entbrennenden Streit zwischen seinen beiden Söhnen Polyneikes und Eteokles. Sie streiten erbittert bis in den Tod um den Thron, auf den schlussendlich Antigones Onkel steigt. So ist auch der einsetzende Prolog am Anfang des Stückes Ausdruck des Konflikts und der einsetzenden Thematik, die sich durch das gesamte Drama zieht. Es ist die schmachvolle Beseitigung des toten Körpers von Polyneikes, die Antigone nicht verstehen kann. Gemeinsam mit ihrer Schwester versucht sie, den König zu überreden, Polyneikes würdevoll zu beerdigen. Bereits in diesem Zusammenhang fällt das eher klassisch geprägte Weltbild von Schwester Ismene auf.

Erster Akt

König Kreon hält anlässlich seiner Thronbesteigung eine feierliche Rede. Er spricht über die geltenden Gesetze und ihre Grenzen. Nur über diese Richtlinien ist er in der Lage, seinem eigenen Vaterland würdevoll zu dienen. Auch Ismene scheint eine ähnliche Einstellung zum Weltbild zu haben. Dementgegen hat sich die gläubige Antigone dazu entschlossen, ihrem Bruder eine Beerdigung in Würde zukommen zu lassen. Doch bekommt der König etwas von ihrem Vorhaben mit. In diesem Moment setzt der Chor mit der zentralen Frage über den Willen der Götter und die Liebe zum Vaterland ein. Er ist darüber entsetzt, dass sich Antigone mutig aus freien Stücken über seinen Willen hinwegsetzt.

Zweiter Akt

Antigone wird am Grab ihres Bruders von einem Soldaten des Königs entdeckt und im Anschluss zu ihm gebracht. Sie versucht sich, bei König Kreon zu erklären. Sie hätte ihren Bruder würdevoll beerdigen wollen. Alles andere stellte sie Blasphemie dar. Beide entrinnen nun in einem Konflikt und Streitgespräch, ob der Wille der Götter oder die Pflichten des Landes zu entscheiden hätten. Fakt ist: Antigone hat sich über die örtlichen Gesetze hinweggesetzt. Sie muss aus diesem Grund hart bestraft werden. Ihre Schwester Ismene kommt herbeigerannt und möchte ihrer Schwester in diesen schweren Minuten beistehen, sie würde sogar für Sie mit in den Tod gehen. Antigone lehnt dies jedoch entschieden ab.

Dritter Akt

Die Nachricht von der drohenden Bestrafung Antigones gelangt nun auch an das Ohr ihres Verlobten Haimon, der sofort zu seinem Vater dem König eilt. Nun geraten die beiden heftig aneinander. Haimon wirft dem König vor, er würde sich über die Götter hinwegsetzen und seine staatliche Macht missbrauchen, wenn er diese Bestrafung durchzieht. In diesem Disput wird deutlich, dass sich Haimon vermehrt in den demokratischen Gedanken wiederfindet. Wobei der König nach diesen Streit mit seinem Sohn noch wütender und ungehaltener reagiert – er fasst den Entschluss, Antigone bei lebendigem Leibe einmauern zu lassen.

Vierter Akt

In diesem Abschnitt erfährt Antigone von der drohenden Strafe. Überraschenderweise reagiert sie nicht mit Bestürzung. Sie sieht sich sogar in ihrem Denken und Handeln bestätigt. Ihr religiöses Weltbild rettet sie, denn sie wird schon bald mit ihren verstorbenen Angehörigen in Kontakt treten können.

Fünfter Akt

Der König bekommt Besuch von seinem Seher. Der blinde Teiresias sagt ihm voraus, dass er über seine harte Bestrafung den Unwillen der Götter auf sich gezogen hat. Nun brauen sich dunkle Anzeichen am Himmel zusammen. König Kreon bleibt uneinsichtig und bezichtigt den Seher der Lüge. Daraufhin wird Teiresias sehr wütend. Er geht so weit und sieht den eilenden Tod seines einzigen Sohnes: Haimon. An dieser Stelle dürfte der Leser schon längst mitbekommen haben, dass es um das Verhältnis zwischen Vater und Sohn nicht zum Besten bestellt ist. Dennoch trifft diese Voraussage den König mitten ins Herz. Er wendet sich voller Sorge an den Chor. Der Chor rät Kreon, Polyneikes würdevoll zu begraben und auch Antigone wieder freizulassen.

Exodus

Daraufhin stellt der König sein eigenes Weltbild vollkommen infrage. Er hat sich dennoch dazu entschlossen, dem Rat des Chores zu folgen. Leider folgt dieser Entschluss viel zu spät. Als er zu Antigone eilt, hat sich seine Schwiegertochter bereits erhängt. Sie wollte keinen Hungertod sterben. Auch sein Sohn hat angesichts der dramatischen Situation um seine Verlobte den Freitod gewählt, um ihr hinterher zu eilen. An dieser Stelle wird schlussendlich deutlich, dass Haimon eigentlich in seinem Vater immer ein Vorbild gesehen hat. Einzig und allein die beiden divergierenden Weltbilder haben Vater und Sohn auseinandergetrieben und diese Katastrophe herbeigeführt.

Im Folgenden erfährt auch Kreons Frau Eurydike von dem Tod ihres Sohnes und stirbt daraufhin, da sie mit dieser Situation nicht zurechtkommt. Unterdessen trauert der Vater im Königspalast um den unerträglichen Verlust seines Sohnes. Nun kommen die Boten herbeigeeilt, um König Kreon auch noch von dem Tod seiner Frau zu berichten. An diesem Punkt des Stückes trifft es Kreon wie ein Schlag und er beginnt endlich, seine Weltanschauung zu überdenken. Schlussendlich kommt er zu der Erkenntnis, nur selbstherrlich, hochmütig und arrogant aus eigenen Stücken gehandelt zu haben. Auf diese Weise hat er den Zorn der Götter auf sich gezogen. Ein harter Preis für eine Erkenntnis, die der König wohl schon viel eher hätte haben müssen.

Was Sophokles mit Antigone aussagen möchte?

Tatsächlich lassen sich die Fragen nach unterschiedlichen Weltbildern vom alten Griechenland auf die Gegenwart übertragen. Die Folgen und die Auswirkungen divergierende Weltanschauungen auf Basis mythischer und demokratischer Positionen bilden eine optimale Basis für eine anschließende Interpretation des Stückes. Hier knallen unterschiedliche Charaktere und Überzeugungen aufeinander, die im Zuge des gesamten Werks bis zur endenden Katastrophe nicht zusammenfinden.

Was nimmt der Leser nun aus Antigone mit?

Sophokles möchte dem Leser wohl über die eigene Weltanschauung zum Nachdenken anregen. Egoismus, Selbstherrlichkeit und Arroganz können weder im eigenen Leben, noch in der weltlichen Anschauung zum Tragen kommen; was katastrophale Folgen für das gesamte Umfeld nach sich zieht. Es ist die Fähigkeit, demokratische Gedanken zu fassen und Kompromisse zu finden, um einen friedliebenden Weg in die Zukunft zu gehen.

Die Bedeutung der Hauptfiguren auf einen Blick

Zugleich ist das Stück aus den Händen von Sophokles eine direkte Reaktion auf die Verbannung von Themistokles. Es handelt sich dabei um einen der bedeutendsten Helden aus der Seeschlacht von Salamis. Der Autor sieht eine moralische Rechtfertigung in dem zunehmenden Aufbegehren gegen den Staat und gegen die Gewalt der Strafen.

Ganz deutlich positioniert sich Kreon in diesem Werk als der Tyrann. Zur damaligen Zeit war dies mit dem Alleinherrscher gleichzusetzen, der seine Position nur über Gewalt und Gewaltherrschaft erreichte. Doch aufgepasst: Die damaligen Tyrannen konnten auch friedliebende Eigenschaften in sich tragen. Sein Sohn Haimon hingegen verkörperte das Volk, das sich entscheiden gegen diese Alleinherrschaft stellt. Das wird zum Beispiel aus Zitaten wie „das ist kein Staat, der einem nur gehört“ deutlich.

Frauen hatten in diesem Herrschaftsdenken nichts zu sagen, sodass Antigone gleich mit zwei Weltanschauungen bricht. Sie begehrt gegen das Gesetz, indem sie ihren Bruder ordentlich bestatten möchte und sie erfüllt nicht das Stereotyp und die zugewiesene Rolle der Frau, die sich eigentlich dem Manne unterzuordnen hat. Sie wird zur Heldin des Stückes, die den König dazu bringt, sich endlich von seiner Gewaltherrschaft abzuwenden, um sich infrage zu stellen.

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