Der Amazonas in Brasilien

1. Grunddaten
Der Amazonas ist nicht nur der größte Fluss der Erde, er ist für uns auch der bedeuternste und wichtigste Fluss mit seinen zahlreichen Tieren und Pflanzen, die in der Umgebung des Amazonas, Amazonien genannt, leben.
Woher der Amazonas seinen Namen hat, ist nicht eindeutig geklärt. Der Hauptstrom hat viele Namen. Der mittlere Teil des Stroms wird meist Solimus genannt. Erst im letzten Drittel trägt der Amazonas eindeutig den Namen Amazonas.
Er entspringt in den peruanischen Anden. Dort entspringen die zwei Hauptflüsse des Amazonas, der Rio Maranon und der Rio Ucayali. Östlich von Nauta, im peruanischen
Teil des Amazonastieflandes, vereinigen sie sich. Ab dem Flusshafen Iquitos heißt der inzwischen 2 km breite Strom Amazonas, Wolkenwasserlärm in einer Indianersprache.
Bei Manus fließen der Rio Solimoes und der Rio Negro zusammen. Ab Manus heißt der Fluss dann wieder Amazonas.
Der Amazonas hat eine Gesamtlänge zwischen 6.400 km und 7.025 km, je nachdem, welchen Fluss die Geographen als Quellfluss ansehen. Der Nil hingegen hat eine Länge von 6671 km, ist jedoch nicht so groß wie der Amazonas.
17 Hauptzuflüsse speisen den Amazonas, 10 sind länger als der Rhein. Der Amazonas hat ungefähr 1100 Nebenflüsse, von denen ca. 100 schiffbar und 17 länger als der Rhein sind. Außerdem gibt es noch schätzungsweise 100.000 weitere kleine Nebenflüsse.

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Von Manus dauert es sechs Tagesreisen, bis der Amazonas in den Atlantischen Ozean mündet. Das Gefälle auf der ganzen Strecke beträgt 180 m. Dennoch fließt der Amazonas mit 0,75 m pro Sekunde. Das liegt an den nachlaufenden Wassermengen, die einen ungeheuren Druck auf den Fluss ausüben.
Die grauen Wassermassen des Amazonas sieht man noch deutlich 200 km von der Küste entfernt.
Der Amazonas ist an dem Flusshafen Iquitos schon 2 km breit. Über eine Strecke von2.000 km ist der Hauptlauf ca. 5 km breit. Bei Hochwasser zieht sich der Amazonas aber auf bis zu 120 km auseinander. Dann liegen die Flussufer 5 – 12 Metern unter Wasser.
Auf der ganzen Strecke ist der Fluss 30 – 40 Meter tief, teilweise sogar 100 Meter. Deshalb können Hochseeschiffe bis Manus, bei Hochwasser bis nach Iquitos fahren. An der Küste des Atlantischen Ozeans ist der Fluss 200 km breit, zahlreiche Inseln eingeschlossen. Der breiteste Teil des Amazonasgebietes ist 1.600 km breit.

Der Amazonas hat ein Wasservolumen, das dem Hundertfachen des Rheins entspricht. Bei Hochwasser schwillt das Wasser auf bis zu 280.000 m³ pro Sekunde an.
Zweieinhalb bis fünfmal so viel Wasser wie im Kongo, dem zweitgrößten Fluss der Erde, fließt im Amazonas. Der Mississippi hätte fünfmal im Amazonas Platz.
Im Amazonasbecken befinden sich ca. 20% des gesamten Süßwassers der Erde.

Das Amazonasbecken nimmt ein Fünftel des südamerikanischen Kontinents ein. Es liegt zu einem Drittel in Brasilien. In Kolumbien sind 300.000 qm mit dem Amazonasbecken bedeckt, in Ecuador sind es 65.000 qm, in Peru 500.000 qm und in Bolivien 455.000 qm.

2. Entwicklung
Früher sah es am Amazonas noch ganz anders aus. Die Amazonasregion war früher ein Teil eines ganz anderen Kontinents. Dieser Kontinent war viel größer als das heutige Südamerika.
Vor Hunderten von Millionen Jahren gehörten die Felsketten und Berge der Amazonas-region zu dem urzeitlichen Riesenkontinent Gondwanaland. Die Antarktis war das Zentrum von Gondwanaland. Australien, Südamerika, Indien und Afrika lagen um die Antarktis. Das der „Ur-Amazonas“ damals westwärts floss, lässt deutlich die Form des heutigen Amazonasbeckens erkennen. Nach Westen hin breitete sich der Fluss immer mehr aus.
Dieses urzeitliche Bild der Amazonasregion wurde vor rund 100 Millionen Jahren zerstört. Unter Gondwanaland brachen zahlreiche kleine Vulkane aus und rissen den riesigen Kontinent auseinander. Diese Teile drifteten in verschiedene Richtungen und bildeten unsere heutigen Kontinente.

Die Erdkruste besteht im Wesentlichen aus zwei Felsschichten. Die untere Schicht besteht aus Basalt. Diese Schicht umfasst die ganze Erde, sie bildet den Meeresboden und die Fundamente auf denen die Kontinente ruhen. Die Kontinente, die aus leichterem Granit bestehen, bilden die obere Schicht. Sie schwimmen auf dem Basaltuntergrund.

Unter der Basaltschicht brachen zahlreiche Vulkane aus und bahnten sich einen Weg durch die Basaltschicht und durch die Granitschicht. Der Urkontinent wurde auseinander gerissen. In der Basaltschicht bildete sich von Nord nach Süd eine Felskette und schob die Kontinente auseinander. Da Südamerika westlich lag, driftete es nach Westen.
Hinter ihm schob die Felskette die Kontinente immer weiter auseinander. Zurück blieb der heutige Südatlantik.
Auf dem Weg nach Westen kam Südamerika mit dem Boden des Pazifischen Ozeans in einen Konflikt. Durch die starken Kräfte, die aufeinander traten, entstand die heutige Struktur der Amazonasregion.
Als sich der südamerikanische Kontinent über den Meeresboden schob, ließ er die Anden  entstehen. Dieses neue hohe Gebirge blockierte die Mündung des damals noch westwärts fließenden Amazonas. Dadurch bildete sich ein riesiges Süßwasserbecken. Wann dies geschah ist noch nicht eindeutig geklärt. Es wird aber vermutet das die Auffaltung der Anden vor 100 Jahren begann.
Aus dem Süßwasserbecken wurde ein See. Im Laufe der letzten fünfzig Millionen Jahre fand das Süßwasser eine Abflussmöglichkeit. Diese ergab sich durch eine weitere Bewegung des Kontinents. Kontinente können auf der Schicht, auf der sie liegen mal höher und mal tiefer kommen und sich dabei neigen. Südamerika neigte sich nach Osten und das gesamte Süßwasser floss in den Atlantik. So konnte das heutige Amazonas-Becken entstehen.

Vor etwa einer Million Jahre gab es das jüngste geologische Ereignis am Amazonas, das während der Eiszeit statt fand. In den Polargebieten vereiste eine menge Wasser und so senkte sich der Wasserpegel des Atlantik um ca. 90 m. Dadurch entstand ein starkes Gefälle für den Amazonas. Das Wasser grub tiefe Betten in den Fluss. Als das Eis wieder schmolz und der Wasserstand anstieg, wurden die Flussmündungen überflutet. Noch Heute liegen einige Flussbetten an der Mündung unter dem Meeresspiegel.

3. Menschen
Das Verhältnis zwischen Ureinwohnern und Weißen war in der Vergangenheit auch nicht sehr friedlich. Überall wo sich Ureinwohner dem Expansionsdrang der Weißen widersetzten, wurden sie vertrieben oder ermordet.
Doch auch der friedliche Kontakt mit den Weißen brachte viel Leid über die Ureinwohner. Durch Ansteckungskrankheiten wie Masern und die Grippe starben in den vergangenen Jahren Hunderte Ureinwohner, da sie keinerlei Abwehrkräfte gegen diese Krankheiten besaßen und sich auch mit Kräutern nicht zu helfen wussten.
Alkohol und der Zwang zur Prostitution waren die Gründe für die psychische Schwächung der Ureinwohner.
Durch die radikale Veränderung des Alltags der Ureinwohner durch die Weißen, ging die Kultur und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Ureinwohner verloren.

4. Rohstoffe
Jahrtausendelang lebten die Ureinwohner mit großen Kenntnissen über die Natur zurückgezogen im Urwald. Selbst ihre Brandrodungen haben keine erkennbaren Schäden im Urwald verursacht. Die Ureinwohner sind sehr darauf bedacht, keine Schäden im Regenwald zu hinterlassen. Diese Lebensethik haben die fremden Eindringlinge völlig ignoriert.

In den 70er-Jahren begannen dann auch die Bemühungen um die Erschließung der Reichtümer in Amazonien. Dies hatte die verschiedensten Aktivitäten zur Folge:
Nutzung des Waldes, Produktion von Pulpe und Papier, der Abbau von mineralischen Stoffen, aber vor allem das Rinderzüchten auf Riesenfarmen (Ranching) gehörten zu den Projekten der Weißen.
Doch erst mit der 5300 km langen Transamazonica von Recife und Joao Pessoa an der Atlantikküste nach Cruzeiro do Sul an der peruanischen Grenze begann der wirtschaftliche Großangriff auf Amazonien. Rund 150.000 arme Familien aus Dürregebieten und übervölkerten Städten versuchten ihr Glück am Amazonas. Sie betrieben Brandrodungen und vernichteten in hohem Maß den Regenwald. Geringe Bodenerträge und Tropenkrankheiten ließen viele Siedler wieder abwandern.

Die SUDAM ist eine Behörde in Brasilien, die für die Entwicklung und Erschließung Amazoniens verantwortlich ist. Heute sind die Reichtümer Amazoniens als globale Reichtümer zu sehen. Die Ursache dafür ist, das es in Amazonien noch die Hälfte der erhaltenen Regenwälder gibt.
Die Vernichtung des Regenwaldes ist daher ein großes Problem. Wenn die Vernichtung in diesem Maße weiter voran getrieben wird, ist bald kein Regenwald mehr da.

5. Umwelt
Der meiste Regenwald wird wegen der Viehzucht abgeholzt, da immer neue Flächen gebraucht werden. Die alten Flächen sind schnell erschöpft und können sich nicht ausreichend regenerieren.
Wenn es keinen Regenwald mehr gäbe, wäre das nicht nur eine nationale Katastrophe für die Länder am Amazonas, sondern für alle Länder der Erde. In Amazonien entsteht die Hälfte von allem auf der Welt produzierten Sauerstoffs.

Auch würden viele Tier- und Pflanzenarten aussterben. 70% der Pflanzen, die bei der Krebsbekämpfung eingesetzt werden, kommen aus dem Regenwald.

Das Thema Amazonas habe ich mir ausgesucht, weil mich Flüsse sehr interessieren.
Am Anfang wusste ich nichts über den Amazonas. Durch die Arbeit an diesem Referat hat sich bei mir schon einiges an Wissen angesammelt. Das Thema hat mir sehr viel Freude bereitet!

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