Literatur Epoche der Aufklärung Merkmale

Die Epoche der Aufklärung und die Merkmale

Im 17. Jahrhundert der Menschheitsgeschichte begann die Epoche der Aufklärung, welche im 18. Jahrhundert ihr Ende fand. Im allgemeinen geht es bei der Aufklärung um den Ausbruch des Individuums aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit.
Im weiteren Verlauf werden die wesentlichen Merkmale der Aufklärung dargestellt.

1. Kritik an Kirche und Religion

Vor dem Zeitalter der Aufklärung waren die Säulen der Religion und Kirche entschieden festgesetzt. Auf der Erde galt die Kirche als oberste Gewalt, wer sündigt kam in die Hölle und der sonntägliche Gottesdienstbesuch war Pflichtprogramm. In der Aufklärung wurden dann zum ersten mal jene Richtlinien angezweifelt. Die gängigen Lehren wurden in Frage gestellt und neu über den Sinn des Lebens nachgedacht.

2. Kritik an Politik und Gesellschaft

Des Weiteren tauchten erstmals Fragen an das herrschende politische sowie gesellschaftliche System auf. Die Menschen wollte sich nicht mehr alles vorsprechen lassen, sondern selbst entscheiden, Einfluss nehmen und als Individuum im Staat angesehen werden. Kritische Fragen wallten in den Gemütern auf und allgemeine Zweifel an den vorher unangefochtenen Leitsätzen bewegten die Gedanken der Menschen der Aufklärung.

3. Das Individuum

Ein weiteres sehr wichtiges Merkmal der Aufklärung ist die Weiterbildung zum menschlichen Individuum. Man wollte nicht mehr als große Masse der Gesellschaft wahrgenommen werden, sondern als einzelne, eigenständige Personen, deren vielfältige Bedürfnisse als wichtig und unbedingt zu befriedigen galten. Der Fokus sollte nun nicht mehr auf der gesamten Gemeinschaft liegen, sondern auf jedem einzelnen Individuum, welches seine Bedürfnisse und Eigenheiten auf eigene Weise ausleben durfte.

4. Der Verstand und die Vernunft

Außerdem fand eine Veränderung in den Wahrnehmungsweisen der Menschen statt. Es galt nun nicht mehr als unwiderruflich was die höhere Autorität entschied, sondern nur was durch den eigenen Verstand und durch vernünftiges Nachdenken des Individuums für richtig und gut gehalten wurde. Und in diesem Denken sollte sich jeder frei ausleben dürfen.

5. Toleranz

Die Toleranz spielt in der Aufklärung eine wichtige Rolle. Es sollte nämlich nicht nur jeder ein Individuum darstellen, sondern jede Art von Individuum sollte auch von allen anderen toleriert und akzeptiert werden. Jeder hatte ein Recht auf eine eigenen Weltanschauung.

6. Geistige Emanzipation

Das letzte hier angeführte Mittel behandelt die geistige Emanzipation. Hierbei geht es um die Unabhängigkeit des eigenen Denkens von vorherrschenden Normen und Weltanschauungen sowie Religionen.

Die Literatur jeder Epoche lässt sich in vier Hauptbereiche einteilen: Philosophie, Lyrik, Prosa und Drama. Wichtige Autoren aus dieser Zeit sind unter anderem F.G. Klopstock, J.G. Schnabel ("Insel Felsenburg"), G.E. Lessing ("Minna von Bamhelm"), Montesquieu, Voltaire ("Candide, ou l'optimisme") und vor allem Rousseau ("Les Confessiones").

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1 comment… add one
  • Die Kritik war ja nicht auf Religion und Kirche beschränkt, vor Kritik war am Ende der Aufklärung nichts mehr sicher. Sogar die reine Vernunft wurde kritisiert, weshalb das, was unter Punkt fünf steht auch nur die halbe Wahrheit ist, und die praktische und die Urteilskraft. Und, und, und …

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