Anleitung zur Interpretation

Anleitung zur Interpretation

So erkennst du den inneren Aufbau:

Du überlegst

ob der Leser zur Ausgangssituation hingeführt oder unvermittelt mit ihr konfrontiert wird und wir sich die Ausgangssituation darstellt.
ob die Handlung schnell oder langsam gesteigert wird oder sich in Form von Gegensätzen entwickelt
ob Rückblenden oder Vorausdeutungen eine Steigerung oder eine Spannung verstärken oder diese verringern
wo der Höhepunkt ist
ob die Spannung nach dem Höhepunkt abgebaut oder die Handlung abgebrochen wird.

Unter inneren Aufbau versteht man die Art und Weise, wie sich die Handlung steigert,
wie sich das Geschehen zu einem Höhepunkt oder Wendepunkt hin entwickelt,
verzögert wird oder abfällt.

So untersuchst du den Aufbau einer Handlung:

Du betrachtest

die Abfolge der Handlungsabschnitte, wobei du nicht nur äußeres, sondern auch inneres Geschehen erfasst
mögliche Erzähltechniken ( z.B. Raffung, Dehnung, Vorschau, Rückblick)
das Zusammenspiel im Verhalten der Handlungsträger, z.B. Gegensätzenlichkeiten

Diese Angaben informieren dich über die Handlungsträger
Eigenschaften oder Charakterzüge
Verhalten
Äußeres
Beziehung zu anderen Figuren

 Literarische Texte unterteilt man in drei große Gattungen:

Die Epik umfasst erzählende Texte wie Roman, Erzählung, Märchen etc.
Dramatik ist der Oberbegriff für in Dialogform geschriebene Text. Dazu gehören Sketsch, Hörspiel etc.
Lyrik ist die Bezeichnung für gedichtete Texte, z.B. Ballade, Lied, Gedicht.

Erschließungsfragen
Ort und Zeitpunkt der Handlung (Wo?; Wann?)
Handlungsträger (Wer?)
Eigenschaften, Merkmale (Wie?)
Gründe, Beweggründe (Warum?)
Thema, Inhalt (Was?)

Was geschieht?
 Du untersuchst den Handlungsaufbau, der aus den einzelnen Erzählschritten zusammengesetzt ist.

Wer handelt?
Hier beschäftigt du dich mit den Personen, die die Handlung bestimmen, den Handlungsträgern

Wie vollzieht sich das Geschehen?
Jeder epische Text verläuft in Form einer Spannungskurve; sie ergibt sich aus der Entwicklung zu einem Höhepunkt hin und dem Ausklingen des Geschehens.

Aus welcher Perspektive wird das Geschehen erzählt?
Hier untersuchst du die Frage, ob der Erzähler neutral und allwissend über dem Geschehen steht oder ob er ein Teil der Handlung ist; du beschäftigst dich mit der Erzählhaltung.

Wie geht der Erzähler mit der Zeit um?
Mit der Zeitgestaltung bestimmt der Erzähler, wie der Leser das Geschehen wahrnehmen soll und welche Bedeutung den einzelnen Ereignissen zuzumessen ist.

Die Ich-Perspektive ist einerseits eingeschränkt, denn der Leser erfährt nur so viel, wie der Ich-Erzähler selbst weiß; andererseits wird das Geschehen besonders glaubwürdig vermittelt.
Der Er-Erzähler weiß in vielen Texten mehr über das gesamte Geschehen und kann Informationen über Vergangenheit und Zukunft und über Gefühle und Gedanken der Personen geben. Man spricht bei dieser überlegenen Erzählhaltung auch vom auktorialen Erzählen.
In manchen Texten wir das Geschehen mit Hilfe der erlebten Rede so dargestellt, als ob der Leser sich in der erzählten Person befindet du ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar miterlebt. Daher heißt diese Erzählweise auch personale Erzählhaltung.

Das auktoriale Erzählen, bei dem der Erzähler seinen Platz außerhalb der dargestellten Welt hat und scheinbar allwissend ist (»allwissender Erzähler«). Er kann sich in das Geschehen einschalten, indem er auf Zukünftiges vorausweist, Vergangenes oder Gegenwärtiges kommentiert, sich von der Handlungsweise der Figuren distanziert oder eigene Gedanken zum Geschehen beisteuert.

Das personale Erzählen, bei dem der Erzähler als Vermittler zwischen Autor und Leser fehlt; dem Leser erschließt sich die dargestellte Welt aus der Perspektive einer Romanfigur (von deren Standpunkt aus).

Roman: Beim Roman handelt es sich im Allgemeinen um die längste Form der epischen Dichtung. Der Inhalt kann sich über weite Zeitzräume erstrecken und er kann sich auch an vielen verschiedenen Orten abspielen.
Erzählung: Die Erzählung ist eine zusammenfassende Bezeichnung für texte, in denen tatsächliche oder erfundene Geschehnisse aneinander gereiht werden.
Novelle: Der begriff Novelle kommt aus dem Italienischen und heißt übersetzt Neuigkeit. Dies weist bereits auf die Eigenart dieser Erzählform hin, denn ein einzelnes, ungewöhnliches und herausragendes Ereignis steht im Mittelpunkt  des Geschehens.

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